Quadrat im Kreis

just an ordinary life

Month: Dezember 2012

Jahresrückblick 2012

Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war dein Jahr?

Vorsichtig optimistisch: eine 8

Zugenommen oder abgenommen?

Ein bis zwei Kleidergrößen abgenommen. Die Weihnachtsferien genutzt, um die Depots aufzufüllen.

Haare länger oder kürzer?

Kürzer. Mit dem festen Entschluss, sie 2013 lang wachsen zu lassen.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Gleichbleibend kurzsichtig links und weitsichtig rechts.

Mehr ausgegeben oder weniger?

Unfreiwillig mehr.  Autoreparaturen fressen Löcher ins Familienkonto.

Der hirnrissigste Plan?
Das Blindbacken einer Tarte mit Backpapier und Umluft. Aber der Rauchmelder funktioniert einwandfrei.

Die gefährlichste Unternehmung?

Bei Blitzeis zur Arbeit gefahren zu sein und es erst gemerkt zu haben, als ich aus dem Auto gestürzt gestiegen bin.

Der beste Sex?
Ja!

Die teuerste Anschaffung?
Unfreiwillig. Ein neues Auto.

Das leckerste Essen?
Oh. Puh. Da ich gern koche und esse, ist das Essen an 360 von 365 Tagen lecker.

Das beeindruckendste Buch?
Nichts: Was im Leben wichtig ist.

Der ergreifendste Film?
Ziemlich beste Freunde

Die beste CD?
Zwischen den Runden

Das schönste Konzert?

Herbert Grönemeyer im Ringlokschuppen Bielefeld

Die meiste Zeit verbracht mit…?

Denken und Reden. In dieser Reihenfolge 😉

Die schönste Zeit verbracht mit…?

Dem Mann und den Kindern.

Vorherrschendes Gefühl 2012?

Zufriedenheit, Angekommensein

2012 zum ersten Mal getan?
Eine Beerdigung organisiert.

2012 nach langer Zeit wieder getan?
Eine Klassenfahrt unternommen.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Den Tod meiner Mutter und viele ungelöste Fragen.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

Dass das Schicksal eines erklärten Antisemiten nicht zur Werteerziehung im Geschichtsunterricht taugt

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Zeit

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Irgendwann eines Nachmittags nahm das große Mädchen das kleine Mädchen an die Hand und sagte: „Wir spielen jetzt. Ich passe auf, und du kannst Klausuren korrigieren!“

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

Unsere Neurosen sind perfekt aufeinander abgestimmt.

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende. (Oscar Wilde)

2012 war mit einem Wort…?

stürmisch (ja, ich mag das!)

How to Make Life Easier: Weihnachts-Mindeststandards

Weihnachten in meiner Ursprungsfamilie war ein Fest des Streitens, der Hektik und der Unzufriedenheit. Nie war der Baum schön, die Dekoration ästhetisch, das Essen lecker und der Geschenkaustausch befriedigend genug. Dieses Weihnachtstrauma habe ich in den Anfangsjahren mit in meine eigene Familie getragen – unfreiwillig. Bis mich der Mann darauf aufmerksam gemacht hat. Seit ein paar Jahren aber habe ich meinen inneren Frieden mit Weihnachten geschlossen. Es gibt einige Mindeststandards  (=Minimalniveau), die ohne Leistungsdruck erreicht werden können, als da wären:

– ein Weihnachtsbaum (mit einem Minimum ästhetischer Kriterien seitens der Eltern durch die Kinder in Freiarbeit unter Einübung geschwisterlicher Kompromissfähigkeit geschmückt)

– eine Krippe (an dieser Stelle ein großer Dank an die Firma Ostheimer für die Robustheit ihrer Figuren – ich schätze, die Gipsfiguren der Dürer-Krippe meiner Großmutter hätten meine Familie nicht ohne Amputation von Kopf, Fuß und Arm überlebt)

– diverse Weihnachtsessen (kein kompliziertes Gefieder-Vieh, nur lecker sollte es sein – und wenn alle mithelfen können, umso besser)

– Weihnachtsgäste (nur die, die uns wirklich wichtig sind, und nur die, die Weihnachten nicht komplizierter, sondern einfacher machen)

– die Weihnachtsgeschichte (aus der Kinderbibel)

– Weihnachtslieder (selbst gesungen – unter Tolerierung aller tonalen Abweichungen um eine halbe bis eine Note)

– Weihnachtsgottesdienst (nicht der erste, der zweite, der, an dem es nicht so voll ist …)

– einige wenige Geschenke (Herzenswünsche)

– Ruhe, Frieden, Luftholen, Danken und Lieben

Ich wünsche euch allen ein gesegnetes, friedliches und entspanntes Weihnachtsfest! 🙂

 

Alle Jahre wieder

Das Tochterkind sitzt auf dem Sofa und singt Weihnachtslieder. Zufällig höre ich folgende Strophe:

„Kehrt mit seinem Besen

ein in jedes Haus

fegt auf allen Wegen

mit uns ein und aus.“

Ich reflektiere darüber, ob das Kind Weihnachten am Ende vor allem mit dem vorweihnachtlichen Saubermachen verbindet, ein Besuch beim HNO nötig ist oder einfach ein kreativer Umgang mit Sprache vorliegt. Da der Große zur selben Zeit im Schlaflied „Weißt du, wieviel Sternlein stehen“ statt „Gott der Herr hat sie gezählet“ stets „Gott der Herr hat sieben Zähne“ sang, grübele ich über die Regelhaftigkeit dieser sprachlichen Entwicklung nach (=kindlicher Proband überdehnt aus dem täglichen Sprachgebrauch bekannte Begriffe, indem er ihn auf unerklärliche metaphysische Sachverhalte anwendet) und frage mich, was das kleine Kind wohl in zwei Jahren singt.

Lasst die Kinder los.

Und traut ihnen etwas zu. Auch wenn es euch ein mulmiges Gefühl in der Magengegend bereitet. Ich bin keine gute Mutter. Jedenfalls keine, die ihre Kinder nachmittags von A nach B fährt und aus C wieder abholt. Ich überwache auch die Hausaufgaben nicht lückenlos, und wenn der Sohn meint, nicht für die Mathearbeit lernen zu müssen, drohe ich ihm weder mit Liebes- noch Schoki-Entzug. Ich analysiere auch nicht jeden nächtlichen Alptraum tiefenpsychologisch, und wenn Kind 3 mal wieder keine Lust auf Brokkoli hat, koche ich dennoch keinen Spargel. Manchmal sind die beiden Großen vor mir zu Hause und zünden trotzdem nicht die Wohnung an. Kurz: ich betreibe keine 24-Stunden-Brutpflege bis zum 18. Lebensjahr. Manchmal frage ich mich, ob das falsch ist. Ob ich den Kindern damit Startchancen entziehe, ob ich die tiefe, intensive Mutter-Kind-Bindung dadurch zerstöre, dass ich morgens das Haus verlasse (Sie wissen schon …). In der letzten Woche war Elternsprechtag. Ich bin sehr zufrieden. Botschaft in Kürze: Die Kinder sind kognitiv und sozial weit vorn im Klassenverband, wissen, was wann zu machen ist, erledigen ihre Aufgaben selbständig und helfen anderen. Solch ein Rückenwind tut gut. Und darum: Lasst die Kinder los. Und traut ihnen etwas zu. Das macht das Elterndasein einfacher und anderen vielleicht mehr Lust darauf, auch Kinder zu bekommen. Nach neuesten Studien (Klick) ist die „gute Mutter“ ja eines der wirksamsten Verhütungsmittel.

Die Effizienzmaschine

Argwöhnisch wache ich über meine Zeit. Nutze jede freie Minute zum Lernen und Planen. Wenn ich unterwegs bin, stopfe ich in Zeitlücken sinnvolle Dinge, erledige in diesen und jenen fünf Minuten Lebenswichtiges, kaufe auf dem Weg zum Kindergarten ein, korrigiere in der Zehnminutenpause eine halbe Klausur, kopiere, während ich frühstücke und höre Unterrichtsstoff, während ich Auto fahre. Ich bin eine Effizienzmaschine geworden, und das geht mir allmählich auf den Geist. Ich weiß aber, dass es die nächsten Wochen nicht anders wird. Und wenn ich nicht durchfalle, möchte ich irgendwann mal wieder einfach nur sitzen und starren. Fünf Minuten. Zehn Minuten. Einen halben Tag. Sehnsucht nach Unproduktivität de luxe.

Ich bin dankbar

– für die besten Kinder der Welt. Sie spiegeln mich, zeigen mir meine Grenzen, meine Beschränktheit, meine Möglichkeiten.

– für den besten Mann der Welt. Er erträgt mich auch unterzuckert und in Zeitnot.

– für die Liebe.

– für den schönsten Beruf der Welt. Sicher, ich hätte eher darauf kommen können. Aber andersrum: Was, wenn ich ihn nie ergriffen hätte?

– für den Schein der tief stehenden Sonne, die mich blinzeln und den Schnee funkeln lässt.

– für unzählige schöne Momente in meinem Leben.

– für die weniger schönen. Sie schärfen das Bewusstsein für das, was wirklich wichtig ist.

– für ein Leben in Frieden.

 

Fanta-Gelee ;-)

Im Sommer koche ich Konfitüre, die wir im Winter essen. Gestern habe ich den Spieß umgedreht und die restlichen Orangen ausgepresst, mit Apfelsaft vermengt, einer Zimtstange, Sternanis und Gelierzucker aufgekocht – Ergebnis war ein sehr leckeres, fruchtiges und würziges Gelee, das die Kinder umgehend produktbezogen tauften. Ich schätze, ich gehe in Großproduktion und verschenke einige Gläser zu Weihnachten.

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