Quadrat im Kreis

just an ordinary life

Monat: Juni 2013

Klimawandel und Umwelt

„Wenn die Nord- und Südpolen geschmolzen sind, wirkt sich das stark auf die Durchschnittstemperatur aus.“

„Wenn jeder den Müll getrennt nach Papier, Restmüll, Biomüll und Plastik in die richtige Tonne scheißen würde, könnten auch Schulen ihren Beitrag zum Umweltschutz leisten.“

„Eine Fotovollteiganlage wandelt Sonnenenergie in elektrische Energie um.“

Ich brauche einen Kaffee. Und einen neuen Rotstift.

So, und nun noch einmal die Luft anhalten …

… ich darf raus aus meiner neuen, noch nicht angetretenen Stelle – und Ende nächster Woche hoffentlich meinen neuen Vertrag unterschreiben. Derweil habe ich Panik, dass davor noch irgend etwas schief gehen könnte – und werde wohl erst entspannt seufzen können, wenn die nächste Woche vorbei ist. Und immer wieder zwischendurch: unbändige Freude. Aber so was von. 🙂

Damit es bloß nicht langweilig wird …

… habe ich seit gestern Morgen ein Stellenangebot meiner Traumschule auf dem Tisch liegen. Die, an die ich von Anfang an wollte. Die, von der ich lange vorher bereits schrieb. Unter normalen Umständen wäre ich vor Freude aus den Latschen gefallen. Leider habe ich vor zwei Wochen für eine andere Stelle unterschrieben und mir bis dato eingeredet, das sei auch in Ordnung, so wie es sei. Ist es aber nicht. Die Traumstelle hat viele Vorteile: sie vereint verschiedene Schulformen, befindet sich in kirchlicher Trägerschaft, hat eine wunderbar engagierte Elternklientel, ich fahre nur eine Viertelstunde statt einer knappen Stunde zur Arbeit – kurz: ich möchte die Zeit rückgängig machen. Mit der Schule, bei der ich unterschrieben habe, habe ich bereits gesprochen. Die Reaktion war bei allem Bedauern fair und verständnisvoll. Jetzt muss nur noch die Bezirksregierung mitspielen. Mein Leben weigert sich offenbar, ein langer, ruhiger Fluss zu sein.

She`s got the look …

… muss ich mir Sorgen machen, wenn ich eine Schülerin bei der Begrüßung eine Sekunde länger anschaue und sie daraufhin wie von der Tarantel gestochen zum Müll rennt, um ihren Kaugummi zu entsorgen? (stand da nicht etwas von „freundlich“ und „stets zugewandt“ in meinem Abschlussgutachten? ;-)) …

 

Pünktlich stinkend oder sauber zu spät?

Schüler N. kommt fünf Minuten zu spät zum Unterricht. Wortreich erklärt er mir, er sei erst um sieben aufgewacht. Weil zwischen sieben und acht eine ganze Stunde liegt, kann ich mir nicht verkneifen zu fragen, womit er denn die Zeit vor dem Unterricht verbracht habe. N. stemmt die Hände in die Hüften und sagt: „Ich musste erst noch DUSCHEN. SIE sind morgens auch immer sauber gewaschen, da kann ICH doch nicht völlig verschwitzt und müffelnd zum Unterricht erscheinen!“ Ein moralisches Dilemma. Was ist wichtiger? Pünktlichkeit oder olfaktorischer Respekt vor dem Gegenüber? 😉

Problem benannt oder bejammert?

Vor kurzem habe ich diesen Beitrag geschaut, und weil ich ihn dem Mann zeigen wollte, sogar zwei Mal: http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama_die_reporter/panorama4539.html

„Ja“, dachte ich, der Film beschreibt viele Probleme deutscher Schulen. Schülerinnen und Schüler mit Problemen im sozialen und kognitiven Bereich, Sprachprobleme, Eltern, die beim Erziehen versagen, überforderte Lehrer, zu wenig Personal an Schulen, zu wenig leistungsstarke Schüler als „Zugpferde“ der Klasse, bedingt durch halbherzige Reformen, bei denen die Elite unter der Käseglocke der vermeintlichen Homogenität am Gymnasium versammelt bleibt, während sich der Rest irgendwie durchwurschtelt.

Beim zweiten Schauen fiel mir auf, dass an der Schule kaum gelächelt oder gar gelacht wurde. Es fielen kaum freundliche Worte, stattdessen wurde gemahnt, sanktioniert, gemaßregelt. Nicht falsch verstehen: ich bin für Regelklarheit und Konsequenzen. Aber Wasserspritzen in Pausen ist für mich kein Grund, ein Kind abholen zu lassen. Vermutlich fällt es schwer zu lachen oder zu ermutigen, wenn die Erfolgserlebnisse fehlen. Wenn man nur noch im Unterrichtsstoff rührt wie in zähem Brei. Aber gibt es wirklich keine schönen Momente im Leben dieser Schule und Lehrer? Kleine Begegnungen, witzige Begebenheiten, Lernfortschritte? Und ich frage mich: sehen wir manchmal vor lauter Klagen das Schöne nicht, weil wir das Auge auf all die Mängel richten, die den schulischen Alltag begleiten?

Viele andere Länder haben ähnliche Ausgangsvoraussetzungen – und machen mehr daraus. Klar, Deutschland hat eine vermurkelte föderalistische, von Pseudoreformen durchsetzte Bildungspolitik, und die zukünftige Karriere der Kinder wird derzeit mehr von den Eltern als von der Schule gefördert bzw. behindert. Aber gleichzeitig: welche Chance haben wir, das Leben heranwachsender Menschen dann doch irgendwie mitzugestalten!

Bindung geht vor Bildung. Und zur Bindung gehört freundliche Zuwendung. Auch wenn sie manchmal schwerfällt, wenn man Schüler X in jeder Stunde dieselben Regeln wieder und wieder erklären muss, wenn die Klasse schwatzt wie ein Haufen Spatzen, wenn man stundenlang die Verwendung der Konjunktion „dass“ in Abgrenzung vom Relativpronomen „das“ geübt hat – und einen in der nächsten Klassenarbeit wieder dasselbe Chaos anlacht. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Und: ist das nicht in anderen Berufen genau so? Da verordnet der Arzt dem Patienten eine Diät, und er futtert munter weiter Schweineschnitzel in Speckkruste, der Mensch von der IT-Abteilung kann dem Mitarbeiter nicht erklären, warum der Bildschirm flackert und das Dokumentenmanagement von Nerds für Nerds entwickelt wurde. Fehlbarkeit gehört zum menschlichen Leben, und auch Lehrer sind keine Götter.

BTW: Ich hätte Lust auf eine Fortsetzungsserie zum Thema „Aufstieg durch Bildung“ – ob es da in Deutschland Beispiele gäbe? (so lange man sich auf diversen Privatsendern als Sportler, Starlet oder mediengeile Kölner Familie mit seiner Nichtbildung rühmen kann, ist das Thema Leistungsmotivation leider so fürchterlich uncool …)

Wirre Gedanken am Ende eines Tages, an dem ich von meinen bald abgehenden Hauptschülern gefragt wurde, wann ich eigentlich mal zu chillen gedenke, nicht immer dieses – große Kunstpause – Seufzer – Arbeiten.

Not macht erfinderisch

Ich gehöre zu den Menschen, die abends gern mit einem Löffelchen in einem Glas Nuss-Nougat-Creme herumstochern, aber regelmäßig vergessen, für Nachschub zu sorgen. Daneben mag ich auch alle Süßigkeiten, in denen sich Erdnüsse, Schokolade und Karamell befinden. Während ich eben neben dem Töchterlein im Bett lag und Händchen hielt, überlegte ich im Halbschlaf, ob man beide Leidenschaften im Blitzhacker quasi miteinander kreuzen könne. Man kann. Und dabei herausgekommen ist ein meines Erachtens sehr leckerer Brotaufstrich, dessen Geschmack sich nicht hinter dem eines bekannten Schokoriegels verstecken muss. Damit ich nicht vergesse, wie es geht, schreibe ich es einfach mal auf:

100 g Erdnusscreme Crunchy (Alnatura)

100 g geschmolzene Vollmilchschokolade (bei dm jetzt auch fair gehandelt im Angebot)

2 EL Karamellcreme (z.B. von Bonne Maman)

2 EL Kakaopulver (möglichst fair gehandelt)

2 EL Sonnenblumenöl

Alles zusammen in den Blitzhacker geben und zu einer cremigen Paste verrühren, in ein sauberes Glas abfüllen und aufessen abkühlen lassen. Ich bin dann mal weg. Und der kleine Löffel auch.

Die Schulter …

Seit Monaten lamentiere ich über Schulterschmerzen. Mal schlimmer, mal besser. Ich habe seitdem diszipliniert Sport getrieben, mich gedehnt, auf meine Haltung geachtet, mich vom besten Mann massieren lassen. Nichts half so richtig. Mal war es besser, mal wieder schlimmer. Gestern nun saß ich im Auto auf dem Weg zur Schule und dachte: Irgendetwas ist anders. Kupplung kaputt? Lenkung? Dann fiel es mir auf: Meine Schulter schmerzt nicht mehr. Ich staune Bauklötze über den Zusammenhang von Körper und Seele. Mit der Unterschrift unter den Arbeitsvertrag scheint im physischen Sinn eine immense Last von meiner Schulter gefallen zu sein. Und noch ein merkwürdiger Zufall: Seit ich „ja“ gesagt habe zur neuen Stelle, scheint die Sonne. Letzteres hat nichts mit mir zu tun, erhöht mein Wohlbefinden aber erheblich. (und wenn sich bitte jetzt noch jemand bereit erklären würde, die 40 Klausuren und 28 Klassenarbeiten durchzusehen, it would feel like heaven ;-)).

Wie soll sie aussehen?

Die Schule, an der ich nach den Ferien unterrichte? Diese Frage darf ich mir seit gestern Abend stellen. Ich habe eine Zusage für eine Stelle an einer völlig neuen Schule, die erst nach den Sommerferien ihre Tore öffnet. Ich freue mich und bin aufgeregt, denn es gibt viel Gestaltungsspielraum und die Möglichkeit, für die Schüler einen fruchtbaren Boden zu schaffen, auf dem sie wachsen können. (Frau Kreis wird abgedroschen metaphorisch …)

Das Leben ist ein langes Warten

Ich habe in der letzten Woche zwei Vorstellungsgespräche geführt und zwei Absagen kassiert. Das Ganze war vorhersehbar, denn bei der ersten Stelle gab es eine schulinterne Kandidatin, der die Stelle vorab zugesprochen war (ich war nurmehr der Anstandswauwau, den man wegen des Protokolls und der guten Ordnungsgruppe dazuladen musste …), die zweite Stelle war am Berufskolleg, und als ich gefragt wurde, ob ich nicht die ganzen „kleinen“ Schülerinnen und Schüler (5-10) vermissen würde, konnte ich nicht lügen. Ich weiß nicht, ob mich das die Stelle gekostet hat, aber ich habe nach Aussage der Schulleiterin einen „hervorragenden zweiten Platz“ belegt (hilft bei einem binären Verfahren nicht wirklich). In der nächsten Woche geht es weiter mit den Gesprächen. Spannende Schulen sind darunter, allerdings beschleicht mich im Hinblick auf die geforderten Qualifikationen das Gefühl, die Stelleninhaber in spe sind bereits bekannt, weil entweder an der Schule ausgebildet oder mit dem Direktor verschwippschwägert. Wie sonst soll man sich Stellenausschreibungen mit Qualifikationen in Yoga, Orchesterleitung, Drittfach Chinesisch u.ä. Dinge erklären? Ich wünsche mir so sehr, dass bitte einfach einmal eine Schule dabei ist, die ein offenes Verfahren praktiziert, sich von den Bewerbern überraschen lässt und am Ende nach Qualifikation und Passung und nicht nach Vitamin B entscheidet. *mumpf*

Und daneben hoffe ich immer noch auf meine Traumstelle. Auch dort fallen die Entscheidungen in den nächsten Tagen. Da ich nicht mehr viel tun kann außer ich selbst sein (und Schulprogramme lesen), lasse ich die Kugel rollen und bin versucht zu sagen, ich lege es in Gottes Hand.

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