Unverhofft Klassenlehrerin einer Inklusionsklasse ohne Sonderpädagogin an der Seite zu werden ist eine Herausforderung. Ein Stundenplan mit 27 Stunden die nächste. Und manchmal frage ich mich, ob ich eigentlich wahnsinnig bin mit diesem Pensum. Dann wiederum stehe ich im Unterricht und denke, dass es genau so richtig ist, wie es ist. Eine eigene Klasse mit vielen Charakteren, nicht stromlinienförmig, eigen-sinnig. Dazu tolle Oberstufenschüler, denen die Lust auf Wissen, Leben, Lernen anzusehen ist. Ein sehr gutes Schulklima, in dem ein Lächeln und ein gutes Wort auf dem Flur Standard sind, auch bei den und für die Schüler. Abgelöst wird diese Gewissheit von sehr viel Müdigkeit. Darüber, dass mein Antrag auf Verbeamtung irgendwo in den Mühlen der Verwaltung „hängt“, obwohl er juristisch durch und durch geprüft und für machbar befunden wurde. Ich habe Schnupfen, draußen ist es viel zu kalt und schon wieder dunkel. Der Sommer war zu kurz und ist schon wieder vorbei. Das Leben ist kein rosiges. Aber ich habe es mir so ausgesucht. Und rosa war eh nie meine Farbe.