Der Handwerker an sich und ich  – wir sprechen verschiedene Sprachen. Was ich im Lauf der letzten Wochen gelernt habe:

a) Auch wenn es eine Bauleitung gibt, heißt das nicht, dass diese auch arbeitet. Will heißen: wenn man sicher gehen will, dass die Dinge vorschriftsmäßig erledigt werden, muss man jeden zweiten Tag bei jedem Gewerk anrufen, nachfragen, wiederholen und dabei alle Subjektsätze einleiten mit „Wichtig ist dabei, dass …“. Tut man das nicht, machen Handwerker die Dinge so, wie sie es gerade denken. Dabei können dann schon mal nach außen geöffnete Fensterflügel und innen verputzte Steckdosen herauskommen.

b) Handwerker haben am Montag meist schlechte Laune. Andere Menschen sicherlich auch, und ich spreche mich nicht frei davon. In der Regel schreie ich meine Mitmenschen aber nicht an, wenn sie mich freundlich um Kleinigkeiten bitten. (im akuten Fall ging es darum, im Fall einer Wandbohrung eine Decke unterzulegen, damit die  neuen Fliesen nicht gleich wieder mit Schrammen verunstaltet werden.)

c) Handwerker stellen Fragen, die ich nicht beantworten kann. Beispielsweise „Wie komme ich denn jetzt mit dem neuen Fenster durch die Gerüststreben ins Haus?“ Oder „Warum verläuft jetzt oberhalb des Fensters in einem Zinkrohr ein Elektrokabel von 1970?“

d) Handwerker neigen dazu, spontane Gedankengänge ad hoc in die Praxis umzusetzen. „Da liegt ein Kabel. Bestimmt ein totes. Können wir durchflexen. SCHEISSE, das Kabel war doch nicht tot, Mann, Mann, Mann!“

e) Handwerker verkalkulieren sich gern mal mit den Preisen und schicken am Ende Rechnungen, die den Kostenvoranschlägen nur noch entfernt ähneln.

f) ein Gewerk schimpft gern mal über das andere. Mist hat im Zweifelsfall der Elektriker, der Maurer, der Fensterbauer, der Fliesenleger, der Maler gemacht, je nachdem, mit wem man gerade redet, bezweifelt man die Fachkompetenz des anderen. Und am Ende fragt man sich, ob man es nicht lieber selbst gemacht hätte.

Und nein, damit das jetzt nicht im Handwerkerbashing endet: sie sind nicht alle immer so. Es gibt auch Tage, da läuft alles rund und alle sprechen miteinander und meinen dabei dasselbe. Trotzdem bin ich froh, wenn ich irgendwann allein das Haus bewohne.