Monaten sind vorbei. Der erste Unterrichtsbesuch auch (O-Ton eines Schülers: „Waren Sie eigentlich aufgeregt?“ Als ich die Frage bejahte, sprach er „Wir auch. Total“). Der zweite folgt vier Tage nach den Ferien. Die Tage sind prall gefüllt mit Unterricht, Seminaren und Vorbereitung. Der Atem reicht noch. Es gibt neben aller Anstrengung viele schöne Momente und Gelegenheiten zum Lachen. Ich habe riesiges Glück gehabt mit meiner Ausbildungsschule. Die Stadt ist wohlhabend und investiert viel Geld ins Gymnasium. Kopien, Folien, Unterrichtsmaterial – alles kostenlos. Beamer, Notebooks und Whiteboards. Keine größeren disziplinarischen Probleme und Ausbildungslehrer, von denen man lernen kann.

Die Kinder sehe ich weniger, als mir lieb ist, aber wir genießen aufrichtig und in vollen Zügen die gemeinsame Zeit. Unser Kindermädchen erweist sich mehr und mehr als Perle: sie bastelt, malt und backt mit den Kindern, ist regelmäßig mit ihnen draußen und vergisst auch solche Banalitäten wie das Anziehen warmer Unterhosen oder Regenjacken nicht – erstaunlich, wenn man bedenkt, dass sie erst 21 ist. Pünktlich zu Weihnachten hat Herr Noro das jüngste Kind besucht, und fortan ziehe ich Betten ab, fülle Waschmaschinen und hoffe zusammen mit den Schutzengeln Sterilium und Sagrotan, dass der Kelch an uns anderen vorüberzieht.

Und da ich mindestens drei Tage lang nicht intellektuell herausfordernd arbeiten wollte, darf ich mich mit der banalen Hausfrauen-Frage herumschlagen, ob ich jetzt lieber Spekulatius-Tarte oder Orangen-Grieß-Kuchen backen sollte.